Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf

18.11.2011 | Berlin
Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis verbessern

Extremereignisse wie lang andauernde Hitzeperioden oder Starkniederschläge werden in einigen Regionen der Welt wahrscheinlich zunehmen. Maßnahmen zu Klimaanpassung und Risikomanagement sind weltweit bislang unzureichend und auf die künftigen Extremereignisse und ihre Folgen nur unzureichend vorbereitet. Das ist das Fazit des Weltklimarats IPCC in seinem aktuellen Sonderbericht "Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel". Der Sonderbericht zeigt nachdrücklich, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung und Risikomanagement gestärkt und besser miteinander verbunden sein müssen.

"Der fortschreitende Klimawandel wird voraussichtlich zu deutlich mehr Extremwetterereignissen überall auf der Welt führen. Wir können nicht endlos emittieren, weil sonst die Natur zurückschlägt. Die Folge unkontrollierter Erderwärmung sind Überflutungen, Dürren, Hitzewellen und die daraus entstehenden Konflikte um Wasser und Weideland. Deshalb sind Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und ein angemessenes Risikomanagement in verstärktem Umfang notwendig, um künftige Risiken möglichst zu vermeiden. Neben unserem unermüdlichen Einsatz für Fortschritte in den internationalen Klimaschutzverhandlungen und für rechtlich verbindliche Regeln müssen wir auf den Klimawandel auch eine technologische Antwort finden. Sie ist Bedingung für Wachstum in der Zukunft, gerade für die Entwicklungs- und Schwellenländer", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

"Der Sonderbericht macht deutlich, dass die künftigen Risiken durch Extremereignisse auch davon abhängen, wie verwundbar Gesellschaften und Ökosysteme sind. Wir fördern deshalb Forschung, die auf Vorsorge ausgerichtet ist. Klimaforschung ist eine Voraussetzung für den Klimaschutz und die Fähigkeit der Gesellschaft, sich an nicht mehr zu vermeidende Veränderungen anzupassen, und wird daher auch im ,Wissenschaftsjahr 2012 Zukunftsprojekt Erde' eine bedeutende Rolle spielen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

Der fortschreitende Klimawandel wird voraussichtlich zu deutlichen Veränderungen bei Extremwetterereignissen überall auf der Welt führen. Das künftige Auftreten und die Intensität von Extremereignissen werden durch den Klimawandel teilweise deutlich verstärkt. Deshalb sind Klimaschutz sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und ein angemessenes Risikomanagement in verstärktem Umfang notwendig, um künftige Risiken durch Extremereignisse möglichst zu vermeiden.

Der Weltklimarat unterstreicht diese Annahme und stellt fest, dass es bereits zu einer Zunahme von Extremereignissen gekommen ist, beispielsweise von Hitzeperioden in manchen Regionen der Welt. So ist die Hitzewelle in Mittel- und Westeuropa im Jahr 2003 ein Beispiel dafür, was künftig häufiger auftreten kann. Auch die wirtschaftlichen Schäden durch extreme Wetter- und Klimaereignisse sind in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Verlust von Menschenleben und wirtschaftliche Schäden sind in Entwicklungsländern und Ländern mit mittlerem Einkommen höher als in Ländern mit hohem Einkommen.

Der Weltklimarat zeigt im Sonderbericht klar auf: Risiken durch künftige Extremereignisse können vorrangig auf der regionalen und lokalen Ebene vermieden werden. Auf internationaler Ebene müssen hierfür die Voraussetzungen geschaffen werden. In diesem Sinne fördert das Bundesforschungsministerium bereits umfangreiche Programme in der Klima-, Klimafolgen- und Klimaanpassungsforschung. Auch im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), die die Bundesregierung unter Federführung des Bundesumweltministeriums im Dezember 2008 beschlossen hat, sind Aspekte des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes sowie der Einfluss von Extremereignissen berücksichtigt. Das Bundesumweltministerium unterstützt in seiner internationalen Klimaschutzinitiative weltweit Anpassung an den Klimawandel und Risikomanagement durch Entwicklungszusammenarbeit.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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