Erste Hilfe: Einfache Maßnahmen schützen vor Infektionen
"Infizieren kann man sich vor allem durch einen direkten Austausch von Körperflüssigkeiten, also etwa durch eine offene Wunde beim Ersthelfer und Blut des Verletzen", erklärt Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin bei TÜV Rheinland. "Um sich zu schützen, sollten Ersthelfer bei der Versorgung blutender und anderer offener Wunden grundsätzlich Einmalhandschuhe tragen", rät sie. Das gilt insbesondere, wenn der Helfer selbst eine Verletzung an den Händen hat. Daher gehören Einmalhandschuhe zur Standardausrüstung eines Verbandskastens. Wichtig ist in dem Zusammenhang, den Inhalt des Verbandskastens regelmäßig auf Vollständigkeit und den Zustand der einzelnen Utensilien, etwa der Handschuhe, zu überprüfen.
Vorsichtig sollten Ersthelfer im Umgang mit verunreinigten Gegenständen sein, die sie verletzen könnten, etwa mit verschmutzten Werkzeugen, Glassplittern oder medizinischen Instrumenten, die eventuell bereits benutzt wurden. "Bei der Mund-zu-Nase oder Mund-zu-Mund-Beatmung ist die Infektionsgefahr relativ gering, besonders dann, wenn der Verletzte nicht im Gesicht oder Mundraum blutet", sagt Dr. Roth. "Um sicher zu gehen, kann der Helfer eine Beatmungshilfe, etwa eine Maske oder Einmal-Notbeatmungshilfe, verwenden." Falls der Verletzte im Gesicht blutet und der Helfer keine Maske zur Hand hat, sollte er eine erforderliche Herzmassage erst ohne Beatmung durchführen, bis der Rettungswagen eingetroffen ist.
Kommt der Helfer bei einer Erste-Hilfe-Maßnahme trotz aller Vorsicht in Kontakt mit möglicherweise infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, sollte er intakte Hautstellen gründlich mit Wasser und Seife, anschließend mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel reinigen. Geschädigte Haut sowie Augen und Mundhöhle spült der Helfer erst mit Wasser, dann gegebenenfalls mit einem antiseptischen Präparat und sucht in jedem Fall sofort ein Arzt auf, um einer Infektion vorzubeugen.
Quelle: Pressemeldung TÜV Rheinland Holding Aktiengesellschaft
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