China: Ein Jahr nach dem großen Beben
Vor einem Jahr, am 12. Mai 2008, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala Chinas Südwesten. Über 69.000 Menschen verloren bei der Katastrophe ihr Leben, Millionen wurden obdachlos. Das Epizentrum lag nicht einmal 100 Kilometer nordwestlich von Chengdu, von wo aus der WWF das Schutzprogramm für den Großen Panda koordiniert. Die WWF-Mitarbeiter vor Ort kamen mit dem Schrecken davon. Verheerend waren die Zerstörungen im Panda-Projektgebiet und lange Zeit war nicht klar, wieviele der seltenen Großbären überlebt hatten. Ein Jahr später kann das WWF-Büro diesbezüglich weitestgehend Entwarnung geben. Zwei Tiere kamen in der Zuchtstation Wolong ums Leben, ein Exemplar wird seit dem Beben vermisst. Die insgesamt etwa 1600 Pandabären in der Wildnis haben scheinbar zumindest das Erdbeben selbst überlebt. "Naturkatastrophen gab es schon immer, allerdings sind sie für die seltenen Tiere, deren Lebensraum in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geschrumpft ist, heute eine wesentlich größere Gefahr", erklärt WWF-Chinaexpertin Susanne Honnef.
Während insgesamt nur etwa 2,5 Prozent des Panda-Lebensraum durch das Erdbeben verwüstet wurden, sind in Minshan, der Bergregion in der die meisten Großen Pandas leben, fast 35 Prozent des Lebensraums betroffen. Das Panda-Schutzprogramm steht nun vor der Herausforderung, den durch das Beben zerstörten Lebensraum der Pandabären wieder in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen, um auch langfristig das Überleben der seltenen Bären zu sichern. Seit vergangenem Dezember arbeiten das WWF Panda-Programm und das WWF Humanity Partnership Programme an einer "Grünen Wiederaufbaustrategie" für die Region. Der WWF stellt durch Renaturierungsmaßnahmen und Wiederaufforstung sicher, dass die Pandabären genug Nahrung finden und dauerhaft überleben können. Die lokale Bevölkerung in den Dörfern der Region wird mit umweltfreundlichen Technologien, beispielsweise Biogasanlagen, dabei unterstützt, ihre Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen aus dem Pandalebensraum zu verringern. Gleichzeitig hilft der WWF den Menschen vor Ort alternative Einkommensmöglichkeiten wie Öko-Tourismus und nachhaltige Wildsammlung von Heilpflanzen weiter zu entwickeln.
Ziel sei es, so der WWF, das "Grüne Herz" Chinas umweltfreundlich wiederaufzubauen und dabei den Bedürfnissen von Natur und Mensch gerecht zu werden.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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